Neckarwyoming Model Magic
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1:32 REVELL Puma SPz

Schon vor der offiziellen Einführung hat uns Revell einen Bausatz des PUMA Schützenpanzers beschert. In der für Revell typischen Verpackung kommen säuberlich in Plastiktüten verpackt ca. 180 Einzelteile zum Vorschein. Der grüne Kunststoff ist wohl ein Zugeständnis an jugendliche Bastler, obgleich ich der Meinung bin, daß diese ihre liebe Not mit dem Bausatz hätten. Ein hellerer Farbton würde die zu verbauenden Teile besser erkennbar machen.

Der seitlich zu öffnende Karton stört die meisten ernsthaften Modellbauer nun auch schon seit Jahren. Wer ist im Berufsleben schon in der Lage, so ein Modell in einer Sitzung fertig zu bauen?! Hier hilft mir in der Regel ein übrig gebliebener Tamiya-, Trumpeter- oder Hasegawa Karton welcher einen Deckel besitzt. (Stülpkarton für die Kollegen aus Berlin)

Wenn ich bei befreundeten Bastelkollegen herumfrage, wären die meisten bereit, ein bis zwei Euro mehr für einen "Stülpkarton" zu berappen.

Doch nun zum eigentlichen Inhalt des Bausatzes.

Soweit ich, ohne das Original in Augenschein genommen zu haben beurteilen kann, hat Revell das Erscheinungsbild und die Ausmaße des Originals sehr gut getroffen.

An den Bauteilen sind nur sehr wenige Sinkstellen und Überspritzungen zu erkennen.

Mit Ausnahme der Gleisketten. (siehe Fotos) Diese lassen sich auch nicht, wie im Bauplan angegeben mit irgendeinem in dieser Ecke der Milchstraße erhältlichen Kleber verkleben.

Hier hilft nur der Lötkolben oder das Klammertool (Tacker) weiter. Bitte vorher eine Probeanpassung vornehmen. Bei mir war die Kette, abgesehen davon, daß sie völlig verzogen war, um ca. 2 Glieder zu lang. Da bei den meisten modernen Kettenfarzeugen eine sogenannte "lebende" Kette aufgezogen wird, sollte diese nicht sichtbar durchhängen!

Zum Glück hat der SPz PUMA Kettenschürzen bis über die Knie, so daß man hier etwas "murksen" kann.

Revell hätte bei seinen neueren Modellen fast immer ein "sehr gut" verdient, wenn der Formenbau sich nicht des Öfteren, sagen wir mal "ungewöhnliche" Formtrennungen hätte einfallen lassen. (siehe Kanzelteile bei der 32er Arado 196, die Spinnerteilung an der 32er Bf-109 usw.) So auch bei diesem Bausatz. Der Rahmen der Hauptwaffe wurde senkrecht geteilt. Das bedingt, daß die Oberseite des Rahmens abgeschliffen und die Löcher mühsam überarbeitet werden müssen. Verlorengegangene Verstärkungskanten am Rahmen müssen durch Evergreen Streifen ergänzt werden. Die beweglichen Nebelwurfrahmen werden jeweils durch zwei zu verklebende Teile dargestellt, was nach einer entsprechenden Trockenzeit eine gehörige Versäuberungsaktion nach sich zieht.

Aber genug der Nörgelei. Wie schon Eingangs erwähnt hat uns Revell mit diesem Kit ein tolles neues Fahrzeug beschert, das auch ohne zusätzliche Teile zu einem Schmuckstück in der Vitrine werden kann.

Die Erprobung der Originale fand unter Wüstenbedingungen in den VAE statt. Die beiden dort getesteten PUMA´s hatten kleinere Detailunterschiede zum Revell Modell. Sichtbar z.B. im Bereich der Schürzen und am Heck. Aber dies lässt sich  relativ einfach korrigieren.

Heute habe ich die Farbgebung etwas angepasst. (siehe unten) Die Farbgrenzen wurden mit

Papierschablonen, welche man an die entsprechende Stelle des Modells hält, schärfer gestaltet. Da ich in kein Freund von Abklebe-Orgien bin (wahrscheinlich bin ich einfach zu faul für diese Tätigkeit), ist diese Methode schon seit vielen Jahren ein Grundbestandteil meiner Modellbemalung. Heutzutage nennt man das wohl "fliegende Masken".

Zwischen jedem neuen Farbauftrag entferne ich mit einem alten T-Shirt, welches ich um den Finger wickle, die oberste Schicht der aufgesprühten Farbe. Da ich nahezu ausschliesslich mit TAMIYA Acrylics arbeite, welche beim airbrushen fast trocken am Modell ankommen, ist es wichtig dieses "overspray" vor dem nächsten Farbauftrag zu entfernen. Ansonsten bekommt man mit der Zeit eine zu dicke Farbschicht auf das Modell. Ich wende diese Methode auch bei meinen 32er Flugzeugmodellen an, nachdem der letzte Klarlack (matt/semimatt) zur Versiegelung der Abziehbilder aufgetragen wurde. Durch diese Vorgehensweise kann man dann im Gegenlicht sehr gut den damit erzielten Effekt beobachten. Um erhabene Strukturen bleiben Reste des Mattlacks, da die Fingerkuppe mit dem T-Shirt diesen Bereich ausspart. Jeder der schon mal vor einem Gefechtsfahrzeug oder einem getarnten Flugzeug gestanden hat, kann dies nachvollziehen.

Da die Ketten, wie schon im oberen Abschnitt erwähnt, bei den meisten modernen Kettenfahrzeugen straff sein sollten, habe ich 2 Kettenglieder herausgeschnitten und

anschliessend mit Heftklammern getackert. Die Überspritzungen an den Endverbindern habe ich vorsichtig unter einer Lupe abgezwickt (mit fortgeschrittenem Alter lässt die Sehkraft etwas nach). Dies wurde mit Hilfe eines Seitenschneiders ohne Kute bewerkstelligt. Die Haut zwischen den Endverbindern habe ich mit eben diesem Seitenschneider eingeschnitten und anschliessend die dünnen Reste dieser Haut mit einem Feuerzeug (kleinste Flamme und zügig hin- und herbewegt) weggeschmolzen. Aber bitte vorsichtig, diese Tätigkeit setzt jahrhundertelange Erfahrung voraus!

 

to be continued...

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